Generation C - Kinder und Jugendliche in Zeiten von Corona und danach.

Bild: Jo Hasenau

Von Boris Peinemann in Kommunalwahl 

Während der Pandemie mussten wir alle erhebliche Einschränkungen zum Schutz vor weiteren Ansteckungen in Kauf nehmen. Diese waren im Detail vermutlich nicht immer punktgenau und im Einzelnen sicherlich kritikwürdig.


Bild: Jo Hasenau

Vieles ist auf frühere Versäumnisse zurückzuführen, oft aus Mangel an verfügbaren Impfdosen, vernünftigen Tracking-Instrumenten und kostenintensiven Schutzmaßnahmen. Doch schlussendlich gab es wenig Alternativen zu den getroffenen Maßnahmen.

Viele Kinder und Jugendliche mussten allerdings besonders unter der Situation leiden. Einerseits ist eine optimale Beschulung nicht möglich gewesen, weil entweder die technischen Voraussetzungen in Schule oder im Elternhaus fehlten oder es mangelte an entsprechenden Fähigkeiten, diese Instrumente effizient einzusetzen. Nicht selten fehlte auch der Wille dazu. 

Schon im Frühjahr 2020, so berichtete das Deutsche Jugendinstitut, fühlte sich etwa ein Viertel der Kinder einsam, in Familien in schwieriger Lage bis zur Hälfte der Kinder. „Auch mit emotionalen Problemen wie Niedergeschlagenheit, Ängste und Sorgen sowie mit Hyperaktivität haben mehr Kinder aus finanziell schlechter gestellten Familien zu kämpfen (44 Prozent vs. 18 Prozent // 39 vs. 18 Prozent) – und zwar umso mehr, je angespannter die Eltern ihre wirtschaftliche Situation empfinden.“ schreibt das DJI. Das macht sich in Kitas, Schulen und Betreuungseinrichtungen bemerkbar.

Das Deutsche Institut der Wirtschaft (IW) berichtet von Studien über Bildungsdefizite in der Coronazeit. „In einer Befragung von Lehrkräften für das Deutsche Schulbarometer im Dezember 2020 gaben 38 Prozent der Lehrkräfte an, dass es Lernrückstände bei mehr als der Hälfte bzw. fast allen Schülern gibt.“

Sobald die Pandemie durch ausreichend Impfungen eine Öffnung sozialer Kontakte ermöglicht, ist es deswegen dringend erforderlich, den Kindern und Jugendlichen eine Normalisierung dieser Einschränkungen zu ermöglichen. Dabei könnte die Bereitstellung von Freizeitmöglichkeiten helfen, wo sich Kinder und Jugendliche ohne Zwang treffen können, um das nachzuholen, was sie so schmerzlich vermisst haben. Außerdem können zusätzliche Bildungsangebote einen Teil des Defizits auffangen. Dazu muss die Stadt folgende Maßnahmen ergreifen:

  1. Bereitstellung von ausreichenden und gepflegten Spielplätzen. D.h. Beschleunigung des Spielplatzkonzeptes und Beauftragung der erforderlichen Baumaßnahmen.
  2. Unterstützung der ortsansässigen Vereine bei der Gestaltung von attraktiven Freizeitangeboten für Kinder durch Räumlichkeiten und durch finanzielle Hilfen
  3. Unterstützung der Kitas und Schulen bei besonderen Freizeitveranstaltungen oder Freizeitfahrten durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten, wie z.B. der Stadtbibliothek, sowie finanzielle Hilfen.
  4. Unterstützung von zusätzlichen Bildungsangeboten in Abstimmung mit Schulen, Fördervereinen und der Elternschaft aller Schulen, sowie den SchülervertreterInnen der weiterführenden Schulen. Eine Möglichkeit könnten z.B. Wohnangebote städtischer Immobilien für Studierende des Lehramtes sein, die in der näheren Umgebung studieren oder im Harz Urlaub machen möchten, sowie die aktive Bewerbung dazu u.a. an den entsprechenden Hochschulen.

Ein entsprechendes Monitoring im zuständigen Fachausschuss muss den Entscheidungsträgern die Wirksamkeit und den weiteren Bedarf regelmäßig aufzeigen um die Maßnahmen zu justieren.

Die Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft und dürfen bei allen Problemen, die nach der Pandemie zu verwalten sind, nicht unter den Tisch fallen.


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