Lebendiges Stadtteilzentrum Zellerfeld

Bild: Olaf Franz

Von Olaf Franz in Ortsverband 

Zentrales Ziel des Antrages ist die Klarstellung, dass keine Ausschreibung für ein Ingenieurbüro erfolgen soll, das eine Gestaltungsfibel erstellt. Diese Gestaltungsfibel soll vom Sanierungsbeirat erarbeitet werden. Sie soll dabei eine Fibel der Möglichkeiten werden statt ein enges Korsett.


Bild: Olaf Franz

„Mit dem Programmjahr 2020 ist es gelungen, die Städtebauförderung weiterzuentwickeln und gleichzeitig neu zu strukturieren. Aus den bisher sechs Programmen der Städtebauförderung sind nunmehr drei Programme geworden. Weniger Programme bedeuten zugleich für alle Beteiligten mehr Flexibilität bei der Entwicklung und Erneuerung der ländlichen und städtischen Infrastrukturen für die Bürgerinnen und Bürger, die dort leben.“ - schreibt das niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz auf seiner Webseite Städtebauförderung Niedersachsen.

Als Ziele der niedersächsischen Städtebauförderung beschreibt das Ministerium:

  • Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen in von erheblichen städtebaulichen Funktionsverlusten betroffenen Gebieten, wie z. B. Wohnungsleerstand oder Brachflächen in Innenstädten, insbesondere von Industrie-, Konversions- und Bahnflächen
  • Städtebauliche Maßnahmen zur Behebung sozialer Missstände
  • Stärkung von Innenstädten und Ortszentren, sowie von kleineren und mittleren Städten und Gemeinden im ländlichen Raum in ihrer städtebaulichen Funktion als multifunktionale Orte für Handel, Dienstleistungen, Wohnen und Kultur, auch unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes
  • Verbesserung des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel, insbesondere durch Verbesserung der grünen Infrastruktur

Außerdem stellt das Ministerium fest: „Die bisher sechs Bund-Länder-Programme sind mit Ablauf des Jahres 2019 ausgelaufen und beendet worden. Die zum Teil seit mehreren Jahren laufenden Gesamtmaßnahmen aus diesen alten Programmen werden in einem der drei neuen Programme fortgeführt und können somit planmäßig zum Abschluss gebracht werden.“

Das städtebauliche Förderprogramm „Städtbaulicher Denkmalschutz“ ist gemeinsam mit den bisherigen Förderprogrammen „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, „Kleine Städte und Gemeinden“ und „Stadtgrün“ in dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne“ aufgegangen. Das Ziel dieser Zusammenfassung und Weiterentwicklung definiert das zuständige Ministerium so: „Innenstädte und Stadtteilzentren sowie Ortszentren zu stärken und zu beleben. Zentrale Bereiche, die beispielsweise von gewerblichen Leerständen betroffen sind, sollen auf diesem Weg stabilisiert und nachhaltig zu attraktiven und identitätsstiftenden Standorten für Wohnen, Arbeiten, Wirtschaft und Kultur entwickelt werden.“

Es ist nicht (mehr) Ziel aus Zellerfeld ein begehbares Flächendenkmal durch Rückbau der Gebäude in den Zustand des Jahres 1830 zu machen, so wie es die zurückgezogene Verwaltungsvorlage 38/2021 glauben machte. Stattdessen soll das Sanierungsgebiet Zellerfeld zu einem belebten Stadtteilzentrum entwickelt werden, das für die Bewohner und Besucher des Stadtteils attraktiv ist, lebendig und geschäftig wirkt, ohne Leerstand und mit attraktiven Plätzen, die als Treffpunkte des Stadtteils fungieren.

Es war das Ziel der FDP Fraktion, diesen Paradigmenwechsel der Landesförderung durch einen Änderungsantrag zur Verwaltungsvorlage 38/2021 herauszustellen. Doch die Rücknahme der Vorlage führte dazu, dass weder die Vorlage noch unser Änderungsantrag beraten worden wären. Deshalb haben wir unseren vorbereiteten Änderungsantrag zum Dringlichkeitsantrag „Fibel der Möglichkeiten statt enges Korsett“ umgearbeitet und leider erst kurz vor der Ratssitzung am 18. März 2021 einreichen können. Wir sind sehr glücklich, dass wir bei den anderen Ratsfraktionen Verständnis für die kurze Frist und Wohlwollen, teilweise sogar Zustimmung, zum Antrag einwerben konnten, so dass er letztlich beschlossen wurde.

Zentrales Ziel des Antrages ist die Klarstellung, dass keine Ausschreibung für ein Ingenieurbüro erfolgen soll, das eine Gestaltungsfibel erstellt. Diese Gestaltungsfibel soll vom Sanierungsbeirat erarbeitet werden. Sie soll dabei eine Fibel der Möglichkeiten werden und kein enges Korsett. Das bedeutet, dass das vom Rat installierte Gremium, in das betroffene Bürger entsandt wurden, eher notieren soll, wohin es das Sanierungsgebiet entwickeln will, um die Attraktivität des Stadtteilzentrum zu erhöhen, statt eine Gestaltungsfibel zu erschaffen, die strikte Bauvorgaben und Regeln enthält.

In einem ersten Schritt bittet der Rat nun um Vorlage einer derartigen Gestaltungsfibel bis zum 1. Juni 2021. Da die Frist kurz ist, hat der Rat schon vorher dafür gesorgt, dass den Mitgliedern des Sanierungsbeirates eine Reihe alter und fremder Gestaltungssatzungen als Arbeitsgrundlage übergeben wurde. Natürlich müssen die Stadtplanungslaien im Sanierungsbeirat in die Lage versetzt werden, sich fehlende juristische, baufachliche/denkmalschutzfachliche Fachkunde einzukaufen. Deshalb wurde dem Sanierungsbeirat ein Verfügungsrahmen von 100.000 € eingerichtet. Gelder, die vom Sanierungsbeirat aus diesem Verfügungsrahmen nicht für fachliche Beratungen genutzt werden, kann der Sanierungsbeirat für die Weiterentwicklung der beiden Plätze im Sanierungsgebiet „Thomas-Merten-Platz“ und „Trebra-Terrassen“ nutzen.

Für den Thomas-Mertzen-Platz“ richtet der Rat einen weiteren Wunsch an den Sanierungsbeirat. Dieser soll bis zum 1. September 2021 seine Vorstellungen zur Weiterentwicklung des Thomas-Merten-Platzes notieren und dem Rat vorlegen. In der Sommerratssitzung 2021 kann der Rat so die Gestaltungsfibel debattieren und verabschieden ebenso wie auf der Herbstsitzung 2021 die vorgelegten Ideen zur Weiterentwicklung des Thomas-Merten-Platzes.

Man erkennt, dass der Ratsbeschluss „Fibel der Möglichkeiten statt enges Korsett“ zu einer erheblichen Aufwertung des Sanierungsbeirates führt. Dies war von uns so gewollt, denn wer könnte besser beschreiben wie die Attraktivität des Stadtteilzentrums Zellerfeld erhöht und das Zentrem belebt werden kann, als die Bürger die in diesem Stadtteilzentrum leben?

Dass eine Belebung möglich ist, beweisen die zellerfelder Bürger in den Sommermonaten an jedem Donnerstag beim Oberharzer Bauernmarkt. Dass die Zellerfelder gute Projektentwickler sind, bewundern wir stets bei Besuchen des Robinsonspielplatzes Harz. Nun, mit den städtebaulichen Fördermitteln des Landes sollte es den Zellerfeldern gelingen das Sanierungsgebiet zu einem pulsierenden Stadtteilzentrum zu entwickeln.
 


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