Pflanzt Bäume!

Bild: Gisela Bahn, Bergstadtverein Sankt Andreasberg e.V.

Von Olaf T. Franz in Kommunalwahl 

Die Aufforderung meines Wahlplakates findet man nun im gesamten Oberharz. Sie richtet sich an Groß und Klein, Jung und Alt, Frauen, Männer und Diverse.

Eine alte Regel aus dem Mittelalter, eine Verordnung Genuas für die schöne Urlaubsinsel Korsika, war dabei ein Ausgangspunkt der Überlegungen, der LÖWE-Erlass der zweite.


Bild: Gisela Bahn, Bergstadtverein Sankt Andreasberg e.V.

Im Jahr 1584 n.Chr. gehörte Korsika dem Stadtstaat Genua. Heute finden wir auf Korsika die Castagniccia, einen riesigen, alten Kastaienwald, der ein touristischer Anziehungsort ist. Seine Existenz geht auf eine Verordnung der Genuesa zurück, die von jedem Landbesitzer der Insel forderte jährlich 4 Nutzbäume zu pflanzen. Zur Auswahl standen Feige, Olive, Edelkastanie und Maulbeerbaum. Ziel war es die Hungersnöte zu verhindern. Landbesitzer, die dieser Aufforderung nicht nachkamen, also nicht die erforderliche Anzahl an Nutzbäumen pflanzten, mussten eine hohe Strafe zahlen. 

Der LÖWE-Erlass [RdErl. d. ML v. 27.2.2013 – 405-64210-56.1] - Langfristige, ökologische Waldentwicklung in den Niedersächsischen Landesforsten - fordert: "Im Laubwald sind zur Erhöhung und zum Schutz der Artenvielfalt in größtmöglichem Umfang Mischwälder zu erziehen. In Anpassung an die jeweiligen ökologischen Verhältnisse genießen die Vermehrung von Landmischwald einen Vorrang. Reinbestände sind auf die von Natur aus seltenen Extremstandorte zu beschränken.“

In meiner Forderung "Pflanzt Bäume!" tritt der Anspruch den Klimawandel, durch die Umwandlung von Kohlendioxid und Wasser in Sauerstoff, Biomasse und Wasserdampf, zu begrenzen, hinter andere Ziele zurück.

Ein vorrangiges Ziel ist die Bereitstellung des Werkstoffs Holz auch für künftige Generationen. Schon jetzt erleben wir einen Holzmangel im Baumarkt, mit dem Effekt steigender Holzpreise.

Die Wiederbewaldung des Oberharzes hilft auch bei der Minimierung der Bodenerrosion.

Doch das wichtigste Ziel ist eine Stärkung des oberharzer Tourismus. Als Oberharzer, der seine Wurzeln am Rande einer Großstadt in der norddeutschen Tiefebene findet, war der Harz für mich immer durch vier Elemente gekennzeichnet: Berge, Schnee, wilde Bäche und tiefe, dunkle Wälder. Wandere ich heute durch den Oberharz, bis rauf zum Brocken, so vermisse ich die tiefen, dunklen Wälder. Die vom Borkenkäfer geschädigten Fichtenwälder sind für Touristen abschreckend. Also sollten wir das ändern, um für Touristen attraktiv zu bleiben.

Wir sollten die Waldschäden aber auch mit Blick auf unser Trinkwasser schnell beheben, denn durch den fehlenden Schatten der Wälder heizen sich unsere Trinkwasserteiche im Sommer zu sehr auf, so dass das mikrobielle Wachstum darin stark zunimmt und im Herbst Abkochgebote verhängt werden müssen.

Die Aufgabe zur Wiederbewaldung des Oberharzes im Sinne des LÖWE-Erlasses scheint gewaltig. Im Bergstadtverein Sankt Andreasberg e.V. haben wir dazu den passenden Spruch: "Viele Hände, schnelles Ende." Wenn wir alle die Wildlinge, statt sie zu vernichten, aus unseren Gärten umpflanzen oder Eicheln und Kastanien außerhalb des Harzes sammeln und im Oberharz verteilen oder jeder Oberharzer im Jahr vier Nutzbäume pflanzt, dann ist das Problem nicht mehr so groß.

Betrachtet man das Bild des Artikels und den Slogan meines Wahlplakates, so erkennt man, dass es sich nicht nur um eine Aufforderung handelt, sondern auch um die Feststellung: "Olaf T. Franz pflanzt Bäume!" Denn als Liberaler warte ich nicht auf umfassende Ausführungsbestimmungen des LÖWE-Erlasses oder auf Finanzmittel der Landesregierung. Als Liberaler gehe ich mit gutem Beispiel voran - ich fange einfach an!


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