Starke Vereine für eine starke Gesellschaft

Bild: Drohnenbild der Haus-Herzberger Teiche in Clausthal von Eli Juventino

Von Martin Ksink in Kommunalwahl 

Die Corona-Pandemie hat uns vieles gezeigt, vieles, das schlecht funktioniert, vieles, das gut funktioniert.

Eines ist jedoch fast allen ausgeprägt ins Gedächtnis gerufen worden: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Entwicklungsgeschichtlich quasi ein „Gruppentier“.


Bild: Drohnenbild der Haus-Herzberger Teiche in Clausthal von Eli Juventino

Ins Bewusstsein ist dies vor allem in Vereinen und freiwilligen Organisationen gerückt. Dass Jahreshauptversammlungen oder ordentliche Mitgliederversammlungen zur Selbstverwaltung ausfallen oder über lange Zeiträume verschoben werden mussten, mag noch zu verkraften gewesen sein. Der Ausfall von Trainingseinheiten, Liga- und Spielbetrieb, Proben, Vorträgen, gemeinsamem Lernen und Üben und viele andere, sonst so selbstverständliche Dinge, machte vielen zu schaffen. Das Ausbleiben von Begegnungen, dem realen Austausch, der Diskussion, der Teilnahme am Leben des Gegenüber und dem allgemeinen Miteinander ist so einigen wirklich, wie man so sagt, „an die Nieren“ gegangen.

Wenn man mit diesem Wissen einen Blick auf die Vereine, die in allen unseren Ortsteilen und Städten im Oberharz und im gesamten Landkreis stark vertreten sind, wirft, auf das, was Ehrenamtliche und Mitglieder leisten, kann man verstehen, warum vielen das Prädikat „gemeinnützig“ zuerkannt wird.

Die Vereine nutzen der Gemeinschaft, dem Gemeinwohl, sind für das gesellschaftliche Miteinander notwendig und in vielen Bereichen unabdingbar. Und wir als Bürgerinnen und Bürger dieser unserer Kommunen sind gerne in Vereinen, gibt uns der soziale Kontakt zu Sportkameradinnen, Vereinsfreunden, Sangesgeschwistern und wie man die Mit-Vereinsmitglieder noch immer nennen mag, doch meist sehr viel zurück. Meist viel mehr, als wir an Zeit, Engagement oder monetären Beiträgen einbringen.

Es sollte noch viel mehr in die allgemeine Wahrnehmung rücken, was Vereine und freiwillige Organisationen, zu denen ich auch die verschiedensten Zusammenschlüsse unter dem Dach unserer Religionsgemeinschaften zähle, für gesellschaftlichen Mehrwert liefern. Insbesondere gilt dies für Vereine, die sich verstärkt dem Wohlergehen von Nicht-Vereinsmitgliedern verschrieben haben.

Oft überdenkt man nur selten, selbst als Mitglied eines Vereins, wie sehr Vereine für Einbeziehung sorgen, ein funktionierendes Miteinander von Jung und Alt bedingen und neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern von fern und nah ein großes Stück „Angekommensein“ in einer für sie neuen Umgebung erleichtern.

Manchmal übersieht man auch, welche Leistung Vereinsmitglieder erbringen, die sich für Vorstandsämter zur Verfügung stellen, und neben der eigentlichen Vereinsarbeit auch noch gegenüber Ämtern, Behörden, Gerichten und sonstiger Bürokratie den Verein vertreten und zu seinem Wohl schalten und walten. Ihnen, Trainern, Übungsleiterinnen, Wartinnen und Warten verschiedenster Bereiche gebührt Dank und Anerkennung.

Warum ich das schreibe?

Weil ich neben Ideen und Projekten in vielen anderen Bereichen wie Bildung, Wissenschaft, Finanzen und Infrastruktur genau hier konkret etwas umsetzen, anstoßen und erreichen möchte.

Die Sorgen und nicht immer positiven Entwicklungen in der Vereinslandschaft müssen klar erkannt und benannt werden.

Die Förderung von Vereinen bei Investitionen in ihre von ihnen gepflegten, gehegten und, soweit möchte ich gehen, geliebten Vereinsanlagen muss verstärkt und verbessert werden. Bei Fördermaßnahmen müssen bürokratische Vorgänge nachvollziehbar verschlankt werden, um Vorstände in Ihrer Freizeittätigkeit nicht unnötig zu belasten.

Bei der Sportförderung darf nicht nachgelassen werden, im Gegenteil muss die Förderkulisse auch auf neue und sich weiterentwickelnde Sportarten ausgeweitet werden. Bestehende Partnerschaften mit Kreis- oder Landessportbund müssen ausgebaut werden.

Kommunale Kulturförderprogramme müssen allen Vereinen bekannt gemacht werden. Niemand sollte Scheu haben, z.B. dem Landkreis Projekte zur Förderung vorzuschlagen oder eine kontinuierliche Förderung zu beantragen.

Allgemein sollte Vereinen die Angst vor Eigenanteilen bei Projekten durch Bürgschaften und Deckungszusagen genommen werden.

Viele Vereine treiben Nachwuchssorgen um. Eine Handlungsmöglichkeit, die die Politik hier hat, ist die vermehrte Koordination und Unterstützung von Vereinen im Bereich von Selbstverwaltung und Mitgliederwerbung. Auf Stadtebene ist hier die Ausrichtung von Stadtfesten und weiteren Veranstaltungen unter Beteiligung der Vereine ein bewährtes Mittel, hierzu müssen ausreichende Ressourcen eingeplant werden. Auch könnte die Gründung eines „Runden Tisches Vereine“ angestoßen werden. Hier könnten sich Vereine, die sonst ob Satzungszweckferne keine Berührungspunkte haben, austauschen und durch Sammelbestellungen, gemeinsame Arbeitseinsätze oder gemeinsames Auftreten nach außen Nutzen ziehen.

Nach Vorbild der von der Diakonie getragenen FreiwilligenAgentur Goslar sollten auf Ebene der Kommunen Multiplikatoren geschult werden, die in Schulen und auf regionalen Veranstaltungen über Ehrenamt und Vereinsmitgliedschaften informieren.

Ergeben sich Fördermöglichkeiten, müssen durch die Kommunen mit dieser Aufgabe Betraute auf Vereinsvorstände zugehen und informieren.

Um allgemein Ehrenamt und die Personen, die ein solches ausüben, mehr zu würdigen, sollten Veranstaltungen und Medien noch mehr genutzt werden, wie z.B. eine Ehrenamtsgalerie auf der Homepage der Kommune.

Noch viel mehr Akteure müssen ermutigt werden, die Niedersächsische Ehrenamtskarte zu beantragen und zu nutzen.

Auch die Ausrichtung einer Veranstaltung zum Tag des Ehrenamtes ist ein guter Ansatz, um den Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu zeigen, wie hoch die Wertschätzung für das Handeln zum Gemeinwohl ist.

Vielleicht ermutigt es ja die eine oder den anderen, sich selbst zu engagieren?

Vielleicht gelingt es so, unsere so wichtige Vereinslandschaft auszubauen, Gemeinsinn und Gemeinwohl zu stärken?

Ich werde mich dafür, und für viele andere Dinge einsetzen, wenn Sie mir Ihre Stimme geben. Am 12. September 2021 für den Kreistag des Landkreises Goslar (FDP-Listenplatz 1) und für den Rat der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld (FDP-Listenplatz 2).

Mit Oberharzer

Glück Auf!

Martin Ksink


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