Stellungnahme

Bild: Olaf Franz

Von Jörg Gehrke in Ortsverband 

Ich bin Immobilienmakler. Meine Aufgabe ist es Menschen beim Erwerb oder Verkauf von Immobilien zu helfen. Damit verdiene ich meine Brötchen. Meine Arbeitsplatzbeschreibung kann man im Handelsgesetzbuch ab § 93 nachlesen.


Bild: Olaf Franz

Vor einigen Jahren hat mich der Gärtner Heinz-Walter Kliem gebeten, ihm bei der Veräußerung seiner Gärtnerei zu helfen.

Es gab im Laufe der Jahre zwei Interessenten. Einmal wollte eine Discounterkette eine neue große Filiale an der Teichstraße eröffnen und ein anderes Mal war ein Projekt für betreutes Wohnen von Investoren geplant. Beide Male zerschlugen sich die Verkaufsoption, so dass der Gärtner weiterarbeiten musste, um die Grundsteuern und seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften.

Im vergangenen Winter kam es aber zu einem Notartermin und das große Grundstück wurde verkauft. Frau und Herr Kliem sind darüber sehr glücklich, denn nun können sie nach vielen Jahrzehnten schwerer Arbeit fast ohne Urlaub in den wohlverdienten Ruhestand gehen.

Keine Frage, auch „Von Poll Immobilien“ ist zufrieden, denn es gab für das Vermittlungsgeschäft eine Provision. Ja, selbst die Stadtverwaltung freut sich, denn durch meine wirtschaftliche Aktivität werden Einnahmen generiert, für die Steuern abzuführen sind.

Ob und wie der neue Grundeigentümer die Fläche entwickelt, bleibt abzuwarten. Seine bisherigen Pläne sehe ich nach der Umsetzung als eine Bereicherung für die Stadt.

Neben diesem Broterwerb, der mir wirklich Freude macht, bin ich in dieser Legislaturperiode Ratsherr der Berg- und Universitätsstadt. Dort gehöre ich zu den Befürwortern der Sanierung des Zellerfelder Ortskerns und habe deshalb 2017 für das Programm gestimmt. Auch ich bin verärgert über das bisherige städtische Management des Förderprogramms. Hier ist meiner Meinung nach mehr Fingerspitzengefühl gefragt. Deshalb habe ich mit den Fraktionskollegen in den letzten Monaten einige Veränderungen beantragt und für die Anträge Ratsmehrheiten organisiert.

Als der eingerichtete Sanierungsbeirat die Fraktionen und Gruppe einlud, je einen politischen Vertreter als Beobachter und Berater ohne Stimmrecht zu entsenden, wurde ich gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen. Dies hat zwei Gründe.

  1. Zunächst möchte meine Fraktion die Aufgaben Mitglied im Bau-, Umwelt-, und Feuerwehrausschuss und beratendes Mitglied im Sanierungsbeirat personell trennen.
  2. Außerdem bin ich mittlerweile mit meiner Firma Immobilieneigentümer im Sanierungsgebiet. Denn ich glaube an einen Aufschwung des Stadtteils Zellerfeld, nach einer Umsetzung des Sanierungsprogramms.

Wenn also wirklich irgendwann eine Umlage zu zahlen sein sollte, wovon ich nicht ausgehe, werde ich auch zur Zahlung meines Anteils veranlagt.

Ich gehe mit diesem Immobilienengagement ein persönliches, wirtschaftliches Risiko ein, so wie einst mit dem Hotel „Zum Harzer“ und dem Restaurant „Zum Wilddieb“.

Aber ich sehe nicht das Kostenrisiko einer eventuellen Umlage, sondern die Chance für Zellerfeld durch das Sanierungsprogramm ein sanierter, wertvoller Stadtteil in der Gemeinde zu werden, wo sich die Menschen wohlfühlen und gerne wohnen.


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